Das:
Das erste mal klingelt der Wecker heute um 06.00 Uhr. Aber ich darf noch ein halbes Stündchen liegen bleiben. Der fleißigste Ehemann fährt heute nach Berlin und dann weiter nach Frankfurt, wo er, trotz Kindergeburtstagen, wohl bis Freitag bleiben muss. Deswegen steht er heute früher auf als ich. Um 6.30 quäle ich mich dann aus dem Bett und schlürfe ins Bad. Ein erster Blick aus dem Fenster:

Mist: Gestern abend habe ich vergessen die Frontscheibe vom Auto abzudecken. Also muss ich dann wohl kratzen…
Sogar der kleine Sohnemann ist heute schon wach. Das bedeutet für mich fünf Minuten Zeitersparnis. Er braucht sonst sehr intensive Maßnahmen zum Aufstehen. Ganz anders der Gymnasiast. Er ist, wie immer, schon munter, hat sich angezogen, Lego gebaut, Radio gehört, Zeitung gelesen, seinen Rucksack gepackt, macht sich Frühstück und ein “Schul-Bemmel”. Bei ihm wäre es mir lieber, wenn ich ihn mal wecken müßte – nie zufrieden diese Mütter!
Inzwischen ist auch das kleine Fräulein aufgestanden. Auch das geht nicht immer so einfach. Bei ihr ist das jedoch nicht so schlimm. Wenn keine Zeit mehr ist, lassen wir das Frühstück zu Hause weg. Im Kindergarten gibt es 7.45 Uhr dann ja noch mal Frühstück.

Für den kleinen Sohnemann gibt es heute Hustensaft, Erkältungstee und Nutellabrötchen.
Zwischen einen Blick an den Familienkalender. So voll sieht es diese Wochen nicht aus. Aber diese kleinen roten Kleber bedeuten für die Kinder eine aufregende Woche. Das große “F” und die kleinen roten Kleber bedeuten für mich eine turbulente Woche.
Dann noch ein Brötchen schmieren für die Schule. Eine Flasche fertig machen. Kinder antreiben: “Trink noch deinen Tee. Beiß doch mal ab!, Was möchstest du auf dein Brot?, Abbeißen. Du hast noch Tehe!” Zirkel nicht vergessen. Brotbüchse einpacken. Schlafanzug mitnehmen.

Wenn die Uhr diese magische Zeit anzeigt, ist langsam Eile geboten. “Anziehen!” “Ich brauch aber noch…!” Wir wollen gehen. Das Auto muss noch vom Eis befreit werden!. Hallo? Anziehen! Was machen sie denn jetzt schon wieder? Die Brotbüchse liegt immer noch in der Küche, die Flasche von letzter Woche ist immer noch im Ranzen.

Noch schnell ein Blick ins Hausaufgabenheft. Manchmal erwarten einen dort böse Überraschungen. Heute - alles OK!. Hausaufgaben alle gemacht, Knete wird erst am Freitag gebraucht. Los geht’s! Tatsächlich, die Scheibe ist gefroren. Jetzt wird es langsam eng mit der Zeit. Kinder anschnallen. Ranzen in den Kofferraum. Ganz schön glatt heute. Verkehrschaos in der Schule, wie immer. Verkehrschaos am Kindergarten, wie immer. Im Kindergarten finde ich eine kleine Überraschung.
Wieder zu Hause:

Da muss ich mich ja beeilen mit dem Lesen. Jetzt habe ich ein bisschen Zeit zum Frühstücken (und Lesen). Danach Spülmaschine befüllen, Küche auffräumen.
Am Freitag haben wir – Jubel! – einen schnellen Internetzugang über Kabel bekommen. Leider funktioniert dieser aber nicht mit dem Ipad. Also begebe ich mich erst mal auf Fehlersuche im WWW. Nach 45 Minuten immer noch keine Lösung. Ich gebe auf und verschaffe mir mal einen Überblich über die Sachen die auf meinem Bügelbrett liegen.

Heute also hauptächlich Ausbesserungsarbeiten. Ich war nämlich schon am Wochenende sehr fleißig und habe einige Piiiep-Sachen zu Ende genäht. Auch die Wäsche ist heute schon gemacht. Normalerweise ist Montags häufig ein Bügeltag. Aber weil der allerbeste Ehemann ein paar Hemden in Frankfurt braucht, habe ich das gestern abend schon erledigt.
Ergebnisse:

Da fehlt nur noch der Knopf, Taschen und Knopfloch sind ausgebessert.

Bündchen erneuert, Saum verlängert (Bei Jersey habe ich noch etwas Weiterbildungsbedarf).

Und noch zwei Jeans (neue Tasche, neues Knie).

Was macht man mit einem 30 Zentimeter breiten Streifen Jersey? Ein Unterhemd. Sieht doch ganz einfach aus! Also Schnitt abnehmen. Etwas verlängern, weil das kleine Fräulein vielleicht doch noch mal, irgendwann etwas wächst. Jerseystreifen an die Ausschnittkanten heften, Umschlagen mit der Zwillingsnadel absteppen. Ging wunderbar – leider hatte ich vergessen das Vorderteil etwas kürzer zu machen. Also noch mal abschneiden, Streifen neu annähen. Dann die Armausschnitte und Träger – etwas knifflig und warum ist jetzt der eine Träger länger als der andere? Naja, mal sehen was man da noch machen kann. Erstmal die Seiten zusammen nähen. Dafür wollte ich – Moment es klingelt………….
Der Paketversand bringt den bestellten Stoff, neue Bündchenware (Reststücke) und eine Restetüte Jungswebbänder.

Ich bin begeistert. Überraschungstüten können ja auch manchmal unangenehme Überraschungen enthalten.
So: weiter mit dem Hemd. Die Jersey-Streifen wollte ich an den Seiten abschneiden und – habe gleich einen Träger mit erwischt- so ein Mist. Irgendwann ist die Konzentration eben doch am Ende. Jetzt habe ich keine Lust mehr. Was mache ich denn jetzt mit dem Hemd? Gleich in die Restetüte? oder der noch mal annähen. Dann motzt das Kind sicher, wenn es das Hemd trägt, weil da so ein Knuppel ist. Naja, mal sehen.
Die Oma ruft an: Ob ich am Samstag zu dem Geburtstag mit gehe? Die Frau B. muss das ganz dringend wissen. “Aber Oma ich hatte doch den Opa gebeten es in die Liste einzutragen und mich anzumelden, weil ich zur letzten Chorpobe nicht war.” “Ja, aber sie muss das ganz dringend wissen!” “Ja ich hatte doch….” “Also gehst du mit?” “JA.”
Also erst mal aufräumen, Staubsaugen, Spühlmaschine ausräumen, den Flur wischen. Dort ist es seit gestern Abend sehr glatt, weil “Jemand” seine Schuhe mit Wachs besprüht hat. Es gab schon mehrere Ausrutscher.

Mittagspause mit aufgewärmten Nudeln und Nachrichten.
Dann noch eine PC- Runde.

Die Ökokiste kommt am Mittwoch. Und weil es auch da manchmal komische Überraschungen gibt, darf ich nicht vergessen den Inhalt selbst zu bestimmen. Wegen der vielen Gäste zum Ende der Woche wollen natürlich einige Mahlzeiten berücksichtigt werden. Und der Blog schreibt sich auch nicht von allein. Aber heute geht es wirklich schnell. Die unglaublichen 5000 KB pro Sekunde machen sich bemerkbar.
Um halb drei hole ich die kleinen Kindlein wieder auch Schule und Kindergarten ab.

Danach “schnell” drei Bleche Cockies backen und Kaffee kochen. Nach dem Anschauen des Bildes – Kaffeemaschine putzen.
Die Kindlein sitzen derweil friedlich vereint auf dem Sofa und im Kinderzimmer und vertreiben sich bei Allerlei pädagogisch wertvollem Spiel die Zeit. – Schön wäre es!
Die nackte Realität:”Mama, kann ich mal mit der Scheibe spielen?”, “Muss das sein?” “JA!” “Aber, ich hab zuerst gefragt” “MAAAAAMA, der läßt mich nich’ zu gucken” “Ich hab keinen Platz auf dem Sofa!” “Wo sind denn meine Filly-Pferde, die hat der Hennes zuletzt gehabt und jetzt sind sie weheg!” “Mama, ich hab in der Schule noch mal nach dem Muffins-Blech gefragt. Das ist weg!” “Mama, kann ich mir einen neuen Haarreifen holen?”

“Habt ihr schon Eure Ranzen ausgepackt?” “Großer Sohn, du fährst heute bitte mit dem Bus in die Musikschule.” “Ooohr neee!” “Warum denn? Ich will aber nich!” “Krieg ich noch nen Keks?” “Kann ich morgen das andere Federkästchen mit in die Schule nehmen?” “Ja, aber dann musst du die ganzen Sachen umpacken! Hast du einen Füller, gespitzte Stifte, Lineal… Wo sind denn schon wieder die Fineliner?” “Wir schreiben diese Woche auch noch eine Mathe-Arbeit, aber ich weiß nicht wann!” “Wir haben heute eine unangekündigte Mathe-LK geschrieben – es gibt auf alle Fälle Sechsen hat der Lehrer gesagt.”
Jeden Tag denke ich, dass ich am Nachmittag ja noch das und das machen könnte, vielleicht auch mal bissl lesen oder etwas zuschneiden. Meistens ohne Erfolg. Zwischen Schlichten, Bespielen, Animieren, Trösten bleibt nur wenig Zeit für meine Vorhaben. Heute war die Stimmung vor allem beim kleinen Fräulein sehr gereizt. Es gab Tränen und Rumgezicke und nie war irgend etwas richtig.

Um fünf hat der Sohnemann dann Lust auf ein Rummicup-Spiel und ich auch. Eine halbe Stunde spielen, dann muss ich los den Musikschüler aus Thum abholen. Ein Anruf zwei Stockwerke tiefer und die Oma übernimmt meine Position beim Spielen. Es geht doch nix über flexible, hilfsbereite, memorytaugliche Großmütter im Haus. So kann ich die Kleinen zu Hause lassen, noch schnell ein kleiner Einkauf beim Gemüsemann, Manuel einsammeln und wieder nach Hause. Spielsachen aufräumen. Der erkältete Sohn hat Kopfschmerzen. Abendbrot machen. Es sind noch Schwarzwurzeln übrig. Die werden frittiert – sehr lecker.

Tagesgespräche am Abendbrottisch: “Was machen wir denn nun mit dem Muffinblech, großer Sohnemann?” “MMH?” “Wo kannst du denn noch suchen?” “Ein Muffinblech?, kein normales Backblech?” “Nein, du hattest ja Muffins mit!” “Oh ja, na da waren noch eine ganze Menge da!”
Der kleine Sohnemann verabschiedet sich vom Abendbrottisch direkt ins Bett – sehr ungewöhnlich. Mal sehen wie es ihm morgen früh geht.
Abendbrotsachen wegräumen. Das kleine Fräulein ins Bad begleiten. Die Oma ruft an: Also nur diese Hose zum Geburtstag für den Großen? Das gefällt ihr nich so richtig. Könnte ich vielleicht noch was Kleines? Oder sie besorgt noch was Größeres und gibt die Hose zurück. Oder doch noch was zum Spielen? “Aber Oma, er hat sich doch die Hose gewünscht!” “Zu mir hat er gesagt eine Uhr wünscht er sich, aber da gab es keine für Kinder. Also doch vielleicht eher was Lehrreiches, was Interessantes. Also ich verlass mich auf dich, dass du noch was besorgst…”
Noch bisschen Kika und dann geht um 20.00 Uhr das erst mal das Licht aus. An guten Tagen schläft sie nach zwei mal Pullern, ein mal Trinken und zwei mal Kusseln ein. An schlechten ist erst um 21.30 Ruhe.
Der große Sohn liest noch bisschen in seinem Zimmer und ich sage um halb neun Gute Nacht.
Oft nähe ich auch am Abend noch mal. Aber heute? Noch nicht mal bei Facebook gekuckt, noch keine E-mails gecheckt. Noch nichts vom allerbesten Ehemann und den Schneehöhen in Berlin gehört. Und das Buch ist ja auch so lustig. Und der Stoff für die nächste Tasche liegt noch im Wäschekorb (Die Wäsche könnte ich ja noch anstellen). Ich glaub das verschieb ich mal auf morgen
Alles in Allem, heute ein eher entspannter Tag, aber die Woche hat ja noch etwas Potential.
Viele andere Tagesabläufe findet ihr heute und die ganze Woche bei Frau Brüllen. So kann man Einblicke in viele Berufe erhalten. Ich bin ja eigentlich Dipl.-Pflegewirtin. Im Alltag aber vor allem Hausfrau, Mutter, nebenberuflich Sattler und Feintäschner und freiberuflich tätig als externe Qualitätsbeauftragte. Ich habe also viele Gesicher
. und bin relativ flexibel in meiner Zeitenteilung. Und weil die Chefs des Pflegedienstes gerade verreist sind, schiebe ich die QM-Sachen auf der Prioritäten-Liste etwas nach hinten.
Eva